
Als Merkzeichen hält sie sich dennoch in der Erscheinung zurück
Ziel des Entwurfs war es, ein Bauwerk zu entwerfen, das sich bei geringsten Eingriffen in die Auenlandschaft der Weser wirtschaftlich herstellen und unterhalten lässt und sich zugleich selbstverständlich in die vorhandene landschaftliche Umgebung einfügt und dabei die naturschutzfachlichen Belange entsprechend würdigt.
2025
Bremen
Innovation
Das Gesamtbauwerk gliedert sich in die Strombrücke über der Weser und die beidseitig sich unauffällig annähernden Vorlandbrücken. Das Haupttragwerk über der Weser wird als Trogquerschnitt ausgebildet. Die stählernen Längsträger werden dem Kraftfluss logisch folgend wellenförmig konstruiert. Der Entwurf der Strombrücke zeichnet sich durch einen innovativen Lösungsansatz aus, indem das Tragwerk an der Außenseite in die vorhandene Lärmschutzwand harmonisch integriert wird. An der Innenseite wird der vorhandene Lichtspalt nur im Stromfeld konstruktiv sinnvoll zur Anordnung des Tragwerkes genutzt. Die inneren Hauptträger werden dabei bei gleicher Bauhöhe jedoch niedriger über der Fahrbahn ausgeführt. Für den Nutzer und den Betrachter wird somit die Assoziation zum darunterliegenden Gewässer und die Betonung der großen Spannweite selbsterklärend ablesbar.

landschaftsschonende Herstellung
Die Vorlandbrücken werden als schlanke Deckbrücken mit einem Lichtspalt zwischen den Überbauten ausgebildet, so dass die Belange der Fauna und Flora unmittelbar unter dem Bauwerk auf besondere Weise berücksichtigt werden. Die Besonderheit des Entwurfes liegt neben der innovativen Konzeption in der landschaftsschonenden Herstellung des Bauwerkes sowie der Wahl der konfliktärmsten Bautechnologie mit der geringsten baubedingten Eingriffsintensität in die Natur und die Landschaft.

In Kombination mit den transparenten Lärmschutzwänden ergibt sich ein elegantes Wellenspiel, welches sich behutsam in die Landschaft einfügt, die Identität dieses Abschnittes der Weserlandschaft unterstreicht und dabei dem Autofahrenden erlaubt, die Landschaft zu erleben.
Keine der innerstädtischen Brücken über die Weser in Bremen weisen obenliegende Tragwerke vor, wie auch das Bestandsbauwerk selbst. Der Entwurf der dreiteiligen Brücke nimmt diesen städtebaulichen Aspekt auf und entwickelt daraus sein Thema der Reduzierung und Einbindung. Der Entwurf integriert die drei Brückenbereiche mit ihren jeweils unterschiedlichen konstruktiven und geometrischen Abhängigkeiten zu einem Brückenzug, der seinen Akzent über dem Strom ausbildet.

Länge der Brücke
Stützweiten SB / VL
Kosten
Konstruktion
Die Schutzwände sind 1:20 geneigt und weisen damit dieselbe Neigung wie die fahrbahnseitigen Bleche der Hohlkästen vor. Die geneigten und transparenten Wände entwickeln als Fortführung der fahrbahnseitigen Bleche eine starke Raumwirkung und öffnen sich nach oben und verhindern eine sich vermeintlich bildende Trogwirkung. Die Autofahrenden werden stattdessen von elegant gestalteten Schutzwänden über die Auenlandschaft hinweg begleitet und erleben diesen Naturraum mit Seitenblicken aus der Bewegung heraus. So gelingt es, den Menschen bei der Fahrt mithilfe der Akzentuierung durch die vier prägenden Längsträgerebenen als Weserwelle Orientierung am Ort der Weserquerung zu geben.



Die Farbgebung aller Stahloberflächen wird einheitlich mit der Eisenglimmerfarbe DB 701 festgelegt, die das Umgebungslicht in poetisch sanfter Weise reflektiert und unterstützt die Einbindung des Bauwerks in den Naturraum. Die Strombrücke zeigt damit ein Farbenspiel zusammen mit den Wasserspiegelungen. Die jahreszeitlichen und tageszeitlichen Schwankungen in den Lichtverhältnissen werden vom Bauwerk aufgenommen, ein ästhetischer Dialog zwischen der Strombrücke und Umgebung entsteht.

Der barrierefreie Radweg schließt östlich hinter dem Gewerbegrundstück und westlich an der Deichlinie an das übergeordnete Radwegesystem an. Die auf Kragprofilen lagernde Konstruktion erhält ein durchgängiges Geländer mit senkrechten Stegen. Ein Knick in veränderlicher Höhe lässt ein den Radfahrenden begleitendes Spiel entstehen. Das räumlich wirkende Geländer erhält einen Handlauf mit LED-Beleuchtung und als Abschluss einen Steg. Die Schutzwände bestehen aus transparentem Acrylglas mit senkrechten Kontrastlinien für den Vogelschutz. Die nach außen geneigten Pfosten schließen 30 cm unterhalb der Glasoberkante ab, so dass ein sanfter Abschluss entsteht. Der Pfosten verjüngt sich nach oben und unterstützt die leichte, elegante Wirkung.

Die Bleche reflektieren das Umgebungslicht je nach Ausrichtung unterschiedlich stark, so dass sich helle mit dunklen erscheinenden Flächen über die gesamte Länge des Längsträgers in ihrer Wahrnehmung verändern und an den Endpunkten zusammengeführt werden. Die dynamische Geometrie der Hohlkästen wird gesteigert durch die gebogenen Oberkanten mit Stichhöhen von 5 m über der Fahrbahn.


Von der Skizze zur Lösung


Projektdaten
Kategorien
Ort
Bremen
Jahr
2024 - 2025
Leistungen
Baugestalterische Beratung
Internationaler Realisierungswettbewerb
3. Preis
Bauherr
DEGES, Berlin
Auftraggeber
Ingenieurbüro
Leonhardt, Andrä und Partner, Hamburg