Neubau der A26 West Hamburg

Durchgängige Trassengestaltung

Die Trasse wird durch die durchgängige Gestaltung ihrer Bauwerke als Einheit wahrgenommen.

Zur Findung der Geometrie dienen geometrische Abhängigkeiten in der Konstruktion, die als Gestaltungsparameter dienen. Sie folgen einer gewissen Gesetzmäßigkeit, um das Gestaltungsziel einer Bauwerksfamilie mit in sich kongruenten Bauwerken zu erreichen.

2015 - ff.

Hamburg

Verlauf der Trasse im Abschnitt VKE 7051

Von Hamburgs östlicher Landesgrenze zu Niedersachsen bis hin zur A7.

Die reliefartige Ausformung von sonnenbeschienenen und sonnenabgewandeten Flächen stellt eine bauliche, nicht angemalte, dauerhafte Struktur dar. Das Relief lässt witterungs- und jahreszeitenbedingt sehr facettenreiche Licht- und Farbspiele entstehen.

frühes 3D-Modell des Überführungsbauwerks Waltershofer Straße

Die Gestaltung der A26 ist als Trassengestaltung angelegt und gibt Gestaltungsregeln für alle Bauwerke entlang der Trasse vor, um eine selbstähnliche Bauwerksfamilie entstehen zu lassen. Die Trasse umfasst sehr unterschiedliche Bauwerkskonstruktionen und mit unterschiedlichen geometrischen Rahmenbedingungen. Die einheitliche Trassengestaltung führt zu einem abschnittsübergreifenden Erleben der A26 durchwiederkehrende Gestaltungselemente an den Bauwerken.

Die Gestaltungselemente leiten sich als Adaption von Elementen der Schrägkabelbrücke der  Süderelbequerung ab: Unterschiedlich geneigte Flächen treffen aufeinander und bilden Grate und Kehlen aus. Die Abschlusskanten dieser Flächen sind geneigt und verlaufen an keinem Bauwerklotrecht. Gleiches gilt für Höhensprünge bei Tunnelportalen oder an Lärmschutzwänden. Die Widerlager- und Flügelwände sind im Grundriss parallel zur Fahrbahn ausgerichtet und zur Fahrbahn hin bzw. von der Fahrbahn weggeneigt. Aus der Bewegung des Nutzers entlang der Trasse heraus werden die Wände als zusammenhängende und gegliederte Flächen wahrgenommen. Die Wandflächen werden zusätzlich mit einem Relief versehen, das ein vom Tageslichtabhängiges Schattenspiel auf den Sichtbetonoberflächen ermöglicht. Ausgenommen davon sind lediglich die glatt geschalten Verziehungsflächen („F3-Flächen“)sowie die Stützen, die scheibenartig und von aufeinandertreffenden glattgeschalten Flächen geformt werden.

Unterführung der Nincoper Straße

Umfang

  • Neubau des Autobahndreiecks Hamburg-Hafen (mit dem Bau der A 26 Ost wird das Dreieck zu einem Autobahnkreuz ausgebaut)
  • 3 Kilometer Ausbau und Grundinstandsetzung der A 7 von der Alten Süderelbe bis Heimfeld
  • Neubau von 17 Brücken (14 Straßenbrücken und 3 Wirtschaftswege)
  • Umbau von drei Brücken im Bereich der A 7
  • Neubau eines ca. 190 Meter langen Tunnels für die Hafenbahn und als Grünbrücke für Tiere
  • Neubau von 11,3 Kilometern Lärmschutzwänden an der A 26 und A 7
  • Verlegung von Gewässern
  • Neubau von fünf Regenwasserreinigungs- und -rückhalteanlagen
  • Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Natur
  • Fortschreibung naturschutzfachlicher Belange in enger Abstimmung mit den Naturschutzverbänden (Grünbrücke, Fledermausquerungen, Leitstrukturen)
  • zusätzliche Lärmschutzwände A 26 und A 7

8,0 km (A 26) und 3,7 km (A 7)

Länge des Trassenabschnitts VKE 7051

17 Brücken + 190 m Tunnel + 11,3 km LSW

Umfang

940 Mio. EUR

Gesamtkosten

Grünbrücke, Fledermausquerungen, Leitstrukturen

weitere Konstruktionen

Autobahndreieck

Die Anbindung der A 26 von Westen an die A 7 erfordert den Bau eines Autobahndreiecks: Das Dreieck Hamburg-Hafen. Da die A 26 zukünftig bis zur A 1 führen soll, ist das Autobahndreieck Hamburg-Hafen so geplant, dass es später zum Autobahnkreuz ausgebaut werden kann.

Der Überflieger

400 m Gesamtlänge

Lageplan

Die Geometrie der Pfeiler

Brücken über die Trasse

Für die Francoper Straße und die Waltershofer Straße werden jeweils Brücken zur Querung der A 26 gebaut. Zusätzlich ist eine Wirtschaftswegebrücke vorgesehen: für den Neuenfelder Hinterdeich und den Nincoper Moorweg im Bereich der Landesgrenze. Für den Weg Moorburger Alter Deich ist eine Unterführung geplant

Lärmschutzwände aus Holz

Südliche Lärmschutzwand zum Schutz der angrenzenden Schutzgebiete
Fahrbahnseite (l.) und Landseite

Hafenbahntunnel

Die A 26 kreuzt die zweigleisige Hafenbahnstrecke Hausbruch-Waltershof. Sie ist die einzige Bahnanbindung des westlichen Hamburger Hafens (westlich des Köhlbrands) und wird daher sehr stark von Güterzügen genutzt. Die Hamburg Port Authority betreibt die Bahnstrecke.

Die A 26 unterquert dort in einem Tunnel-/Trogbauwerk auf ca. 190 Meter Länge die Gleise. Zum östlichen Ende hin wird das Bauwerk breiter, da die Fahrstreifen dort zu den Rampen des neuen Autobahndreiecks führen werden.

Skizze aus der Entwurfsphase
bauliche Umsetzung
Detail: Trennwandende am Portal
Gestaltungskonzepte für weitere Abschnitte

Weitere Trassenabschnitte der A26 werden von PPL gestaltet: Es ist die VKE 7061, die östlich der A7 direkt anschließt und im Bogen zur Süderelbequerung führt. Ein weiterer Abschnitt ist die östlich der Elbquerung gelegene VKE 7053 bis zur A1. Dies ermöglicht eine zusammenhängende und gestalterisch durchgängige Ausbildung aller Bauwerke. Unsere Gestaltungskonzepte integrieren die von anderen Büros entwickelte Gestaltung der Brücke über die Süderelbe, so dass es zu keinem gestalterischen Bruch in der Wahrnehmung kommt.

Projektdaten

Kategorien

Lärmschutz
Straßenbrücken
Straßentunnel
Trassen

Ort

Hamburg

Jahr

2015 - ff.

Leistungen

Baugestalterische Beratung

Abschnitt VKE 7051

Bauherr

Die Autobahn GmbH des Bundes

Auftraggeber

DEGES, Berlin

Fotos: PPL, Jan Schülke