A1 Norderelbbrücke Hamburg

dynamischer Schwung

Spannungsreicher Verlauf

Die drei elegant hoch geschwungenen Bögen je Überbau, jeder verfügt über 6 Streifen und eine Breite von 33,25 m, reagieren auf das sensible Landschaftsbild und entwickeln einen sehr eigenständigen Charakter.

2018

Hamburg

3 Bogen in 4 Ebenen

Für den Ersatzneubau der Norderelbbrücke, die östlich von Hamburg die A1 überführt und die Norderelbe quert, wurde die Brücke als eine Aneinanderreihung von drei biegesteif miteinander verbundenen Doppelbögen entworfen. Die Versteifungsträger werden von begehbaren Hohlkästen gebildet, die über offene, gevoutete Querträger verbunden sind. Die Fahrbahn wird zur Reduzierung des Eigengewichts als Orthoverbundkonstruktion ausgebildet. Weitere Besonderheit stellen die Hänger dar. Hier kommen infolge der hohen Lasten Doppelhänger mit vollverschlossenen Seilen zum Einsatz.

Die Außenwahrnehmung wird vor allem aus Sicht der Binnenschifffahrt von den Radverkehren und den Fußgängern erfasst. Die Geschwindigkeiten dieser Nutzergruppen sind eher gering, so dass neben der Großform auch die Details erfassbar sind. Die Ausdetaillierung vieler Punkte, wie z.B. am Geh- und Radweg, zeugen von der hohen Detailqualität dieses Bauwerks.

Vor allem aber werden die Nutzenden mit großer Geschwindigkeit auf der BAB das Bauwerk von „innen“ wahrnehmen. Die Nutzenden werden in ihrer Bewegung über das Bauwerk auch von diesem begleitet. Die Bogen gliedern in Längsrichtung die Brücke, wie es die darunter befindliche Landschaft auch vormacht. Der Nutzer wird an den Bogenfußpunkten diese Abschnitte wahrnehmen. Deutlich werden die Orte der Strompfeiler für den Nutzer sichtbar, da die Bogenfußpunkte - von der Fahrbahn aus gesehen - nicht auf null gezogen werden, sondern eine deutliche Höhe behalten.

Der weiche und harmonische Verlauf der Oberkante an den Bogen führt wie ein Band durchgängig in gleicher Höhe von Ufer zu Ufer und senkt sich erst am Bauwerksende ab. Das Bauwerk findet damit einen präzisen Abschluss, der auch wahrgenommen wird. Das Band wird durch die Neigung im oberen Querschnittsbereich des Bogens herausgeschliffen. Der Querschnitt in den Seitenfeldern hat die gleiche Höhe wie im Hauptfeld. Hier wird der Querschnittnach unten hin ohne Blechneigung erweitert. Dies geschieht sukzessive im Verlauf der Bogenführung in Richtung der Strompfeiler bzw. Widerlager.

Während die Oberkante einen spannungsreichen Verlauf nimmt, werden die Unterkanten mit drei festen Radien geformt. Es entstehen veränderliche Querschnitte in Längsrichtung, die sich elegant und harmonisch zu einem skulpturalen Bauwerk zusammenformen.

Den Auftakt bilden die beiden Vorlandbogen mit ihren kürzeren Spannweiten bevor der Hauptbogen den Sprung in großer Spannweite von 204 m über die Norderelbe vollzieht. Das Bauwerk stellt ein markantes Signet für die Elbquerung dar und markiert hiereinen wichtigen Orientierungspunkt. Der Neubau strahlt einerseits eine große Dynamik aus und ruht gleichzeitig in sich selbst. Dies kann von allen Verkehrsteilnehmern gleichsam wahrgenommen werden.

346 m

Länge der Brücke

62 - 204- 80

Stützweiten

150 Mio. EUR

Kosten

Bogen mit abgehängter Fahrbahn

Konstruktion

Die Hänger werden als Doppelhänger ausgeführt und umgekehrt radial gesetzt. Sie gliedern die Bogenfelder in harmonischer Weise. Die Befestigungspunkte sitzen asymmetrisch an der Bogenunterkante während sie am Versteifungsträger einen regelmäßigen Rhythmus vorweisen. Diese Anordnung führt zu spannungsreichen und elegant strukturierten Bogenfeldern. Maritime Assoziationen werden durch die Seile an den Hängern - Takelage eines Schiffes -und am Geländer, einer Reeling gleich, geweckt. Details wie die Spannelemente an den Befestigungspunkten sind sehr gestaltwirksam für die Wahrnehmung von Menschen mit geringer Geschwindigkeit.

Projektdaten

Kategorien

Straßenbrücken
Denkmalschutz
Wettbewerbe

Ort

Hamburg

Jahr

2018

Leistungen

Baugestalterische Beratung

Realisierungswettbewerb
2. Preis

Bauherr

DEGES, Berlin

Auftraggeber

Ingenieurbüro GRASSL GmbH, Hamburg

Visualisierungen: Ingenieurbüro Grassl, Hamburg